UNSER ANSATZ

Bewegung verstehen. Körpergefühl entwickeln.

Wir betrachten nicht nur die Stelle, an der Beschwerden auftreten. Wir untersuchen, wie Bewegungen im Körper zusammenwirken, welche Funktionen eingeschränkt sind und was Sie benötigen, um sich wieder freier und kontrollierter bewegen zu können.
Unser Ansatz verbindet gezielte Behandlung mit Bewegungsschulung und dem Aufbau Ihrer eigenen Körperwahrnehmung. Damit Sie nicht nur während der Therapie, sondern auch im Alltag zunehmend selbstständig handeln können.

FUNKTIONELLE ZUSAMMENHÄNGE

Wir untersuchen mehr als die schmerzende Stelle

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen lassen sich nicht immer allein durch die Untersuchung der betroffenen Körperregion verstehen. Auch benachbarte Gelenke, die Muskelkraft, die Bewegungskoordination und die Anforderungen des Alltags können für die Behandlung relevant sein.
Deshalb untersuchen wir zunächst die betroffene Region und erweitern die Untersuchung dort, wo es aufgrund Ihrer Beschwerden und unserer Befunde sinnvoll ist. Dabei prüfen wir, welche Bewegungen eingeschränkt sind, wie Ihr Körper Belastungen bewältigt und ob weitere Funktionen die Beschwerden beeinflussen könnten.

Ein Beispiel: Schulterschmerzen

Wenn das Anheben des Arms Schmerzen verursacht, untersuchen wir zunächst die Schulter selbst: beispielsweise den Bewegungsumfang, die Kraft und die Reaktion auf bestimmte Bewegungen.
Je nach Befund betrachten wir zusätzlich die Beweglichkeit der Brust- und Halswirbelsäule, die Funktion des Schulterblatts, des Ellenbogens und des Handgelenks sowie das schlussendliche Zusammenspiel beim Anheben des Arms. Anschliessend überprüfen wir mit gezielten Tests, welche Befunde für die Beschwerden und die Behandlung tatsächlich relevant sind.

Entscheidend ist die Überprüfung

Wir behandeln nicht automatisch jede auffällige Körperregion. Wir prüfen, ob ein Befund zur Beschwerdesituation passt und ob eine gezielte Massnahme die relevante Bewegung verändert.

PASSIV UND AKTIV VERBINDEN

Eine Bewegung zu ermöglichen, ist erst der Anfang

Wenn eine Bewegung schmerzhaft oder eingeschränkt ist, können gezielte passive Techniken an der Therapieliege helfen, die Bewegung zu erleichtern und Voraussetzungen für die weitere Behandlung zu schaffen.
Unser Ziel ist jedoch nicht, dass eine Bewegung ausschliesslich während der Behandlung möglich ist. Sie sollen diese zunehmend selbst ausführen, kontrollieren und schliesslich unter den Belastungen nutzen können, die Ihr Alltag oder Ihr Sport erfordert.

Bewegung ermöglichen

Wir mobilisieren beispielsweise ein eingeschränktes Gelenk und überprüfen danach, ob sich der Bewegungsumfang oder die Ausführung einer zuvor erschwerten Bewegung verändert hat.

Bewegung selbstständig nutzen

Anschliessend üben Sie, den gewonnenen Bewegungsumfang selbst zu erreichen und zu kontrollieren. Die Anforderungen steigern wir schrittweise – von unterstützten Bewegungen bis zu Übungen mit Widerstand.

DER ENTSCHEIDENDE ÜBERGANG

Was an der Liege möglich wird, soll in Ihren Alltag übergehen

Ein Beispiel: Nach einer passiven Mobilisation lässt sich das Knie möglicherweise weiter strecken. Nun üben Sie, die Streckung mit eigener Muskelaktivität zu erreichen und das Bein beim Stehen und Gehen zu kontrollieren. Erst danach steigern wir die Belastung entsprechend dem Befund und dem Heilungsverlauf.
Passive Techniken und aktive Übungen sind für uns deshalb keine Gegensätze. Wir verbinden sie dort, wo es therapeutisch sinnvoll ist, und überprüfen, ob sich daraus ein funktioneller Fortschritt ergibt.

DER SECHSTE SINN

Bewegung nicht nur ausführen, sondern wahrnehmen und steuern

Unser Körper verfügt über die Fähigkeit, die Stellung und Bewegung seiner Gelenke sowie die eingesetzte Muskelkraft wahrzunehmen. Diese sogenannte Propriozeption hilft uns, Bewegungen zu koordinieren und an wechselnde Anforderungen anzupassen.
In der Therapie möchten wir diese Wahrnehmung gezielt einbeziehen. Sie lernen, Unterschiede zwischen Bewegungen zu erkennen, Ihre Muskelspannung anzupassen und eine Bewegung zunehmend ohne ständige Anleitung auszuführen.


EIN KONKRETES BEISPIEL

Einbeinstand nach einer Sprunggelenksverletzung

Nach einer Sprunggelenksverletzung kann es schwerfallen, das Gleichgewicht auf dem betroffenen Bein zu halten. Wir untersuchen unter anderem, wie Sie das Gewicht übernehmen, welche Bewegungen im Fuss und Sprunggelenk möglich sind und wie Sie auf kleine Gleichgewichtsveränderungen reagieren.
Beim Üben richten wir die Aufmerksamkeit beispielsweise darauf, wie sich der Druck unter dem Fuss verteilt und wie Sie Ihre Position durch kleine Bewegungen korrigieren können.

So entwickeln wir die Übung weiter

Zunächst mit einer geeigneten Unterstützung sicher auf einem Bein stehen.

Die Position zunehmend selbstständig halten und kleine Gewichtsverlagerungen kontrollieren.

Später zusätzliche Aufgaben einbauen, etwa gezieltes Greifen oder kontrollierte Schritte – sofern die Belastung bereits geeignet ist.

UNSER ZIEL

Sie sollen Ihren Körper zunehmend selbstständig steuern können

Wir erklären Bewegungen, geben gezielte Rückmeldungen und reduzieren unsere Unterstützung, sobald Sie die Aufgabe eigenständig bewältigen können. So verbinden wir Körperwahrnehmung mit tatsächlicher Bewegungskompetenz.

BELASTBARKEIT ENTWICKELN

Eine Bewegung zu beherrschen, bedeutet noch nicht, sie ausreichend belasten zu können

Ein Knie kann wieder vollständig beweglich sein und dennoch beim Treppensteigen, längeren Gehen oder Sport Schwierigkeiten bereiten. Deshalb endet unsere Therapie nicht automatisch, sobald eine Bewegung wieder möglich ist.
Wir überprüfen, welche Belastungen Sie bereits bewältigen können und welche Fähigkeiten für Ihr persönliches Ziel noch fehlen. Anschliessend steigern wir die Anforderungen gezielt – beispielsweise über Widerstand, Wiederholungen, Bewegungsumfang, Geschwindigkeit oder die Komplexität einer Bewegung.

Mehr über Training und gezielten Belastungsaufbau


BEISPIEL AUS DER PRAXIS

Vom kontrollierten Kniebeugen zum sicheren Treppensteigen

Angenommen, nach einer Knieverletzung ist die Beweglichkeit wiederhergestellt und eine einfache Kniebeugung ist möglich. Beim Treppensteigen fehlt jedoch noch die notwendige Kraft oder Kontrolle. Dann könnte der weitere Aufbau so aussehen:

Bewegung kontrollieren

Kniebeugen in einem geeigneten Bewegungsumfang ausführen und dabei die Belastung des betroffenen Beins gezielt übernehmen.

Kraft entwickeln

Den Widerstand schrittweise erhöhen und beispielsweise kontrollierte Step-ups oder andere passende Kraftübungen ergänzen.

Treppen bewältigen

Das Auf- und Absteigen auf unterschiedlich hohen Stufen üben und die Anforderungen an den tatsächlichen Alltag anpassen.

Beispielhafter Verlauf: Die Auswahl und Reihenfolge der Übungen hängen vom Befund und gegebenenfalls von medizinischen Belastungsvorgaben ab.

WORAN WIR DEN FORTSCHRITT ERKENNEN

Nicht nur das Gefühl zählt – wir überprüfen die Gesamtbewegung

Je nach Therapieziel vergleichen wir beispielsweise Bewegungsumfang, Kraft, Wiederholungszahlen oder die Ausführung einer konkreten Aufgabe. Zusätzlich berücksichtigen wir Ihre Beschwerden, die Reaktion auf Belastungen und Ihre Erfahrungen im Alltag. Daraus leiten wir ab, ob die Anforderungen gesteigert oder zunächst angepasst werden sollten.

SELBSTSTÄNDIGKEIT FÖRDERN

Unser Ziel ist, dass Sie uns immer weniger brauchen

Eine erfolgreiche Therapie bedeutet für uns nicht nur, dass sich Ihre Beschwerden während der Behandlung verbessern. Sie sollen verstehen, welche Bewegungen Ihnen helfen, wie Sie Ihre Belastung anpassen und wie Sie selbstständig an Ihren körperlichen Fähigkeiten weiterarbeiten können.
Deshalb erklären wir unsere Entscheidungen, vermitteln individuell geeignete Übungen und besprechen, wie Sie das Gelernte in Ihren Alltag übertragen. Mit zunehmender Selbstständigkeit passen wir die therapeutische Begleitung an.


Was Sie aus der Therapie mitnehmen sollen

Beschwerden einordnen

Sie verstehen besser, welche Faktoren bei Ihren Beschwerden eine Rolle spielen und wann eine Anpassung der Belastung oder eine erneute Abklärung sinnvoll ist.

Eigenständig üben

Sie kennen geeignete Übungen, deren Zweck und die vereinbarte Dosierung. So können Sie Ihre körperlichen Fähigkeiten auch zwischen den Terminen weiterentwickeln.

Belastungen anpassen

Sie lernen, Ihre Reaktion auf körperliche Belastungen zu beobachten und Ihre Aktivitäten im Rahmen der besprochenen Empfehlungen anzupassen.

Und wenn weiterhin Unterstützung nötig ist?

Nicht jedes Beschwerdebild lässt sich innerhalb weniger Termine abschliessen. Bei komplexen oder länger bestehenden Einschränkungen kann eine fortgesetzte Begleitung sinnvoll sein. Auch dann bleibt unser Ziel, Ihre vorhandenen Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten so weit wie möglich zu fördern.

PHYSIOTHERAPIE BEI SINN SECHS

Lernen Sie unseren Ansatz in der Praxis kennen

Wir nehmen uns Zeit, Ihre Beschwerden zu untersuchen, unsere Befunde zu erklären und gemeinsam mit Ihnen die nächsten Behandlungsschritte festzulegen. Vereinbaren Sie Ihren Termin in Neftenbach oder Steinmaur.