SCHULTERSCHMERZEN

Physiotherapie bei Schulterschmerzen

Schulterschmerzen können bei alltäglichen Bewegungen, beim Sport oder auch in Ruhe auftreten. Dabei ist nicht immer nur das Schultergelenk selbst relevant. Auch das Zusammenspiel mit Schulterblatt, Brustwirbelsäule und Halswirbelsäule kann die Funktion der Schulter beeinflussen. In der Physiotherapie untersuchen wir, welche Faktoren mit Ihren Beschwerden zusammenhängen und wie sich Bewegung und Belastbarkeit gezielt wieder aufbauen lassen.

TYPISCHE BESCHWERDEN

Wie sich Schulterschmerzen zeigen können

Schulterschmerzen können sich je nach betroffener Funktion und Belastung unterschiedlich zeigen. Häufig fallen Beschwerden bei bestimmten Armbewegungen, beim Abstützen oder unter Belastung auf – teilweise können sie aber auch in Ruhe auftreten.


Schmerzen beim Anheben des Arms

Beschwerden können beim seitlichen oder frontalen Anheben des Arms auftreten, besonders in bestimmten Bewegungsbereichen.


Beschwerden bei Überkopfbewegungen

Arbeiten über Kopf, Werfen oder andere Bewegungen mit angehobenem Arm können Schmerzen auslösen oder verstärken.


Eingeschränkte Beweglichkeit

Bewegungen hinter den Rücken, über den Kopf oder zur Gegenseite können erschwert oder schmerzhaft sein.


Schmerzen beim Liegen auf der Schulter

Manche Menschen spüren die Beschwerden besonders nachts oder beim Liegen auf der betroffenen Seite.


Schmerzen unter Belastung

Abstützen, Tragen, Drücken, Ziehen oder sportliche Belastungen können Beschwerden hervorrufen.


Kraftverlust oder Unsicherheit

Die Schulter kann sich bei bestimmten Bewegungen schwächer oder weniger belastbar anfühlen als gewohnt.

Wichtig: Die Art und der Ort der Schmerzen allein zeigen nicht zuverlässig, welche Struktur die Beschwerden verursacht. Deshalb betrachten wir auch, wie Bewegungen und Belastungen die Beschwerden beeinflussen.

MÖGLICHE URSACHEN

Hinter Schulterschmerzen können unterschiedliche Faktoren stehen

Schulterschmerzen lassen sich nicht immer einer einzelnen Struktur zuordnen. Entscheidend ist, bei welchen Bewegungen und Belastungen die Beschwerden auftreten und welche Funktionen dabei eingeschränkt sind. Neben dem Schultergelenk selbst können auch Sehnen, Muskulatur und angrenzende Körperregionen eine Rolle spielen.


Schultergelenk und Beweglichkeit

Einschränkungen des Schultergelenks können Bewegungen wie das Anheben oder Drehen des Arms erschweren. Je nach Beschwerdebild können unterschiedliche Strukturen und Bewegungsrichtungen relevant sein.


Sehnen und Rotatorenmanschette

Die Sehnen der Rotatorenmanschette sind bei vielen Bewegungen und Belastungen der Schulter beteiligt. Beschwerden können insbesondere bei wiederholtem Armheben, Überkopfbewegungen oder höherer Belastung auftreten.


Schulterblatt und Brustwirbelsäule

Die Schulter arbeitet nicht isoliert. Die Bewegung des Schulterblatts und die Funktion der Brustwirbelsäule beeinflussen, wie der Arm bewegt und belastet werden kann.


Halswirbelsäule und Nerven

Nicht jeder Schmerz im Schulterbereich entsteht direkt in der Schulter. Auch die Halswirbelsäule oder neurale Strukturen können Beschwerden verursachen, die im Schulter- oder Armbereich wahrgenommen werden.

NICHT IMMER EINDEUTIG

Nicht immer gibt es eine einzelne Ursache

Gerade bei länger bestehenden Schulterschmerzen können mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. Deshalb behandeln wir nicht allein aufgrund der Schmerzstelle, sondern orientieren uns an den Befunden der Untersuchung.

UNTERSUCHUNG

Was wir bei Schulterschmerzen untersuchen

Zu Beginn interessiert uns, bei welchen Bewegungen und Belastungen Ihre Schulterschmerzen auftreten und welche Aktivitäten dadurch eingeschränkt sind.

Wir untersuchen die aktive und passive Beweglichkeit der Schulter und prüfen, wie sich unterschiedliche Bewegungen und Widerstände auf Ihre Beschwerden auswirken. Je nach Befund beziehen wir auch die Funktion der Rotatorenmanschette, die Bewegung des Schulterblatts und die Brustwirbelsäule mit ein.

Wenn die Beschwerden in Arm oder Hand ausstrahlen oder Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Nacken bestehen, untersuchen wir zusätzlich die Halswirbelsäule und gegebenenfalls neurale Funktionen. Entscheidend ist, herauszufinden, welche Funktionen tatsächlich mit Ihren Beschwerden zusammenhängen.


Bewegung der Schulter

Wir prüfen Beugen, Strecken, Seitneigung und Rotation und beobachten, wie sich Ihre Beschwerden dabei verändern.


Aktive und passive Beweglichkeit

Je nach Befund vergleichen wir selbst ausgeführte Bewegungen mit der Beweglichkeit einzelner Bereiche bei der Untersuchung.


Kraft und Bewegungskontrolle

Wir beobachten relevante Bewegungen und prüfen, wie Sie körperliche Belastungen kontrollieren und bewältigen.


Angrenzende Körperregionen

Wenn die Befunde dafür sprechen, beziehen wir beispielsweise Ellenbogen, Hand oder Brustwirbelsäule mit ein.

ENTSCHEIDEND IST NICHT EIN EINZELNER TEST

Wir führen die Ergebnisse aus Gespräch, Bewegungstests und körperlicher Untersuchung zusammen. Daraus leiten wir ab, welche Befunde für Ihre aktuelle Situation wahrscheinlich relevant sind und wo wir mit der Behandlung ansetzen.

Mehr über unseren physiotherapeutischen Ansatz

BEHANDLUNG

Wie Physiotherapie bei Schulterschmerzen helfen kann

Die Behandlung richtet sich danach, welche Bewegungen und Belastungen Ihre Beschwerden beeinflussen und welche Funktionen bei der Untersuchung auffällig sind. Je nach Befund können passive und aktive Massnahmen unterschiedlich gewichtet werden.

01

BEWEGUNG ERMÖGLICHEN

Eingeschränkte Bewegungen gezielt behandeln

Ist die Beweglichkeit der Schulter eingeschränkt oder schmerzhaft, können gezielte manuelle Techniken helfen, Bewegung zu erleichtern und Voraussetzungen für die aktive Therapie zu schaffen.

02

BEWEGUNG SELBST KONTROLLIEREN

Die erreichte Bewegung aktiv übernehmen

Anschliessend wird die verbesserte Bewegung aktiv übernommen. Übungen können das Zusammenspiel von Schultergelenk, Schulterblatt und Oberkörper sowie die Kontrolle der Schulter unter Bewegung gezielt verbessern.

03

BELASTBARKEIT AUFBAUEN

Den Rücken wieder auf seine Anforderungen vorbereiten

Schrittweise steigern wir Kraft und Belastung entsprechend den Anforderungen des Gewebes und Ihren persönlichen Zielen. So wird die Schulter auf Alltag, Arbeit oder sportliche Belastungen vorbereitet.

NICHT JEDER BEGINNT BEI SCHRITT 01

Wenn Ihre Beweglichkeit bereits ausreichend ist und Belastung gut möglich ist, kann der Schwerpunkt von Beginn an auf aktiver Therapie und Belastungsaufbau liegen. Die Untersuchung bestimmt, wo wir einsteigen.

VOM BEFUND ZUR BELASTUNG

Ein Beispiel: Schulterschmerzen beim Anheben des Arms

Ein Patient hat seit einigen Wochen Schulterschmerzen beim seitlichen Anheben des Arms. Im Alltag fallen die Beschwerden beispielsweise beim Anziehen einer Jacke oder beim Greifen in ein höheres Regal auf. Unter Belastung werden die Beschwerden deutlicher.


01

UNTERSUCHEN

Was passiert beim Anheben des Arms?

Wir beobachten die schmerzhafte Bewegung und untersuchen unter anderem die aktive und passive Beweglichkeit der Schulter, die Kraft bei verschiedenen Bewegungsrichtungen sowie das Zusammenspiel von Schultergelenk und Schulterblatt.


02

VERÄNDERUNG PRÜFEN

Lässt sich die Bewegung beeinflussen?

Nach einer gezielten Massnahme prüfen wir das Anheben des Arms erneut. Dabei beobachten wir, ob sich die Bewegung, die Beweglichkeit oder die Beschwerden nachvollziehbar verändern.


03

AKTIV ÜBERNEHMEN

Die Bewegung selbst ausführen

Der Patient übernimmt die Bewegung zunehmend selbstständig. Je nach Befund werden Bewegungssteuerung und Kraft der Schulter gezielt aufgebaut.


04

WIEDER BELASTEN

Die Schulter wieder belastbar machen

Anschliessend steigern wir Widerstand und Belastung schrittweise und übertragen die Übungen auf die Anforderungen aus Alltag, Arbeit oder Sport.

DAS IST EIN BEISPIEL, KEIN FESTES BEHANDLUNGSSCHEMA

Bei einer anderen Person können andere Funktionen oder Strukturen relevant sein. Manchmal steht zunächst die Beweglichkeit im Vordergrund, in anderen Fällen kann von Beginn an ein aktiver Belastungsaufbau sinnvoll sein. Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden und dem Untersuchungsbefund.

ÄRZTLICHE ABKLÄRUNG

Wann Schulterschmerzen zusätzlich ärztlich abgeklärt werden sollten

Schulterschmerzen sind häufig physiotherapeutisch behandelbar. Bestimmte Beschwerden sollten jedoch zusätzlich ärztlich abgeklärt werden – insbesondere nach einer Verletzung oder wenn ungewöhnliche Begleitsymptome auftreten.

ZEITNAH ÄRZTLICH ABKLÄREN

Deutlicher Kraftverlust nach einer Verletzung
Wenn nach einem Sturz, Unfall oder einer plötzlichen Belastung deutliche Schmerzen und ein neu aufgetretener Kraftverlust bestehen, sollte die Schulter ärztlich untersucht werden.

Anhaltende Gefühlsstörungen
Neu auftretendes oder anhaltendes Kribbeln, Taubheitsgefühl oder andere Gefühlsstörungen im Arm oder in der Hand sollten medizinisch abgeklärt werden.

Ungewöhnliche Schwellung oder Allgemeinsymptome
Eine deutliche Schwellung oder Schulterschmerzen zusammen mit Fieber, ausgeprägtem Krankheitsgefühl oder anderen ungewöhnlichen Allgemeinsymptomen sollten ärztlich beurteilt werden.

SOFORT MEDIZINISCH ABKLÄREN

Deutliche Fehlstellung nach einer Verletzung
Wenn die Schulter nach einem Unfall sichtbar verändert oder fehlgestellt ist und sich der Arm kaum bewegen lässt, sollte umgehend medizinische Hilfe gesucht werden.

Starke Schmerzen mit heisser, geröteter Schulter und Krankheitsgefühl
Eine stark schmerzhafte, überwärmte oder gerötete Schulter zusammen mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl benötigt eine rasche medizinische Abklärung.

Plötzlich auftretende ausgeprägte neurologische Symptome
Eine neu auftretende deutliche Schwäche, Lähmungserscheinungen oder ausgeprägte Gefühlsstörungen im Arm sollten umgehend medizinisch abgeklärt werden.


IM ZWEIFEL SPRECHEN WIR DIE WEITEREN SCHRITTE MIT IHNEN AB

Sind Sie unsicher, ob Ihre Beschwerden physiotherapeutisch behandelt werden können, klären wir mit Ihnen, ob eine zusätzliche ärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

TERMIN VEREINBAREN

Schulterschmerzen gezielt angehen

Wir untersuchen, welche Bewegungen, Funktionen und Belastungen mit Ihren Beschwerden zusammenhängen, und entwickeln darauf aufbauend eine individuelle Behandlung.