FUSSSCHMERZEN

Physiotherapie bei Fussschmerzen

Fussschmerzen können beim Gehen, Stehen, Laufen oder bei sportlichen Belastungen auftreten und dadurch alltägliche Bewegungen deutlich einschränken. Dabei können unterschiedliche Bereiche des Fusses und Sprunggelenks beteiligt sein. In der Physiotherapie untersuchen wir, welche Bewegungen, Funktionen und Belastungen mit Ihren Beschwerden zusammenhängen und wie sich die Belastbarkeit des Fusses gezielt wieder aufbauen lässt.

TYPISCHE BESCHWERDEN

Wie sich Fussschmerzen zeigen können

Fussschmerzen können an unterschiedlichen Stellen auftreten und sich je nach Bewegung und Belastung verändern. Häufig werden sie besonders beim Stehen, Gehen oder bei sportlichen Aktivitäten wahrgenommen.


Schmerzen beim Auftreten

Beschwerden können beim Belasten des Fusses oder bei den ersten Schritten nach einer Ruhephase besonders deutlich sein.


Schmerzen beim Gehen

Längere Gehstrecken oder ein höheres Gehtempo können Beschwerden auslösen oder verstärken.


Beschwerden beim Stehen

Längeres Stehen kann zu zunehmenden Schmerzen oder einem unangenehmen Belastungsgefühl im Fuss führen.


Schmerzen beim Abrollen

Die Beschwerden können besonders beim Übergang von der Ferse über den Mittelfuss bis zum Vorfuss auftreten.


Beschwerden beim Laufen oder Springen

Joggen, Sprünge oder andere dynamische Belastungen können den Fuss stärker fordern und Beschwerden hervorrufen.


Steifigkeit oder eingeschränkte Beweglichkeit

Fuss oder Sprunggelenk können sich unbeweglich oder steif anfühlen und dadurch alltägliche oder sportliche Bewegungen beeinflussen.

Wichtig: Die Art und der Ort der Schmerzen allein zeigen nicht zuverlässig, welche Struktur die Beschwerden verursacht. Deshalb betrachten wir auch, wie Bewegungen und Belastungen die Beschwerden beeinflussen.

MÖGLICHE URSACHEN

Hinter Fussschmerzen können unterschiedliche Faktoren stehen

Fussschmerzen lassen sich nicht immer einer einzelnen Struktur zuordnen. Je nach Beschwerdebild können Gelenke, Sehnen, Muskeln oder andere Strukturen des Fusses beteiligt sein. Auch die Beweglichkeit des Sprunggelenks und die Art, wie der Fuss belastet wird, können eine Rolle spielen.


Gelenke und Beweglichkeit

Die zahlreichen Gelenke des Fusses sowie das Sprunggelenk ermöglichen das Anpassen, Abrollen und Abstossen beim Gehen und Laufen. Eingeschränkte oder schmerzhafte Bewegungen können diese Funktionen beeinflussen.


Sehnen und Muskulatur

Muskeln und Sehnen müssen den Fuss bei jedem Schritt stabilisieren und Kräfte übertragen. Veränderungen ihrer Belastbarkeit können insbesondere bei wiederholten oder intensiveren Belastungen Beschwerden verursachen oder mitbeeinflussen.


Ferse und Plantarfaszie

Schmerzen an der Fusssohle oder im Bereich der Ferse können unter anderem mit der Plantarfaszie und den dort wirkenden Belastungen zusammenhängen. Typisch können Beschwerden beispielsweise bei den ersten Schritten nach längerer Ruhe oder bei zunehmender Belastung auftreten.


Zusammenspiel von Fuss und Bein

Der Fuss arbeitet nicht isoliert. Beweglichkeit, Kraft und Kontrolle von Sprunggelenk, Knie und Hüfte beeinflussen, wie Belastungen beim Gehen, Laufen, Springen oder bei anderen Bewegungen aufgenommen und weitergegeben werden.

NICHT IMMER EINDEUTIG

Nicht immer gibt es eine einzelne Ursache

Gerade bei länger bestehenden Fussschmerzen können mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. Deshalb behandeln wir nicht allein aufgrund der Schmerzstelle, sondern orientieren uns an den Befunden der Untersuchung.

UNTERSUCHUNG

Was wir bei Fussschmerzen untersuchen

Zu Beginn interessiert uns, wo Ihre Beschwerden auftreten und bei welchen Bewegungen und Belastungen sie sich verändern.

Wir untersuchen die aktive und passive Beweglichkeit von Fuss und Sprunggelenk und prüfen Kraft, Kontrolle und Belastbarkeit. Je nach Beschwerden beobachten wir auch funktionelle Bewegungen wie Gehen, Abrollen, Zehenstand, einbeinige Belastungen oder – wenn relevant – Laufen und Springen.

Dabei betrachten wir den Fuss nicht isoliert. Je nach Befund beziehen wir auch Knie und Hüfte sowie das Zusammenspiel des gesamten Beins mit ein. Entscheidend ist, herauszufinden, welche Funktionen tatsächlich mit Ihren Beschwerden und den für Sie relevanten Belastungen zusammenhängen.


Bewegung des oberen und unteren Sprunggelenkes

Wir prüfen Beugen, Strecken, Seitneigung und Rotation und beobachten, wie sich Ihre Beschwerden dabei verändern.


Aktive und passive Beweglichkeit

Je nach Befund vergleichen wir selbst ausgeführte Bewegungen mit der Beweglichkeit einzelner Bereiche bei der Untersuchung.


Kraft und Bewegungskontrolle

Wir beobachten relevante Bewegungen und prüfen, wie Sie körperliche Belastungen kontrollieren und bewältigen.


Angrenzende Körperregionen

Wenn die Befunde dafür sprechen, beziehen wir beispielsweise Knie, Zehen oder Lendenwirbelsäule mit ein.

ENTSCHEIDEND IST NICHT EIN EINZELNER TEST

Wir führen die Ergebnisse aus Gespräch, Bewegungstests und körperlicher Untersuchung zusammen. Daraus leiten wir ab, welche Befunde für Ihre aktuelle Situation wahrscheinlich relevant sind und wo wir mit der Behandlung ansetzen.

Mehr über unseren physiotherapeutischen Ansatz

BEHANDLUNG

Wie Physiotherapie bei Fussschmerzen helfen kann

Die Behandlung richtet sich danach, welche Bewegungen und Belastungen Ihre Beschwerden beeinflussen und welche Funktionen bei der Untersuchung eingeschränkt sind. Je nach Befund können passive und aktive Massnahmen unterschiedlich gewichtet werden.

01

BEWEGUNG ERMÖGLICHEN

Eingeschränkte Bewegungen gezielt behandeln

Sind Bewegungen von Fuss oder Sprunggelenk eingeschränkt oder schmerzhaft, können gezielte manuelle Techniken helfen, die Bewegung zu erleichtern und Voraussetzungen für die aktive Therapie zu schaffen.

02

BEWEGUNG SELBST KONTROLLIEREN

Die erreichte Bewegung aktiv übernehmen

Anschliessend wird die verbesserte Bewegung aktiv übernommen. Übungen können Kraft und Kontrolle von Fuss und Sprunggelenk verbessern und das Zusammenspiel mit dem gesamten Bein gezielt fördern.

03

BELASTBARKEIT AUFBAUEN

Den Fuss wieder auf seine Anforderungen vorbereiten

Schrittweise steigern wir Kraft und Belastung entsprechend Ihren Beschwerden und Zielen. Dabei können beispielsweise Gehen, Abrollen, Zehenstand, Laufen oder Springen gezielt aufgebaut und wieder an die Anforderungen von Alltag, Arbeit oder Sport angepasst werden.

NICHT JEDER BEGINNT BEI SCHRITT 01

Wenn Ihre Beweglichkeit bereits ausreichend ist und Belastung gut möglich ist, kann der Schwerpunkt von Beginn an auf aktiver Therapie und Belastungsaufbau liegen. Die Untersuchung bestimmt, wo wir einsteigen.

VOM BEFUND ZUR BELASTUNG

Ein Beispiel: Fussschmerzen beim Gehen und Abrollen

Ein Patient hat seit einigen Wochen Schmerzen im Fuss. Besonders bei längeren Gehstrecken und beim Abrollen über den Fuss nehmen die Beschwerden zu. Kurze Strecken sind dagegen deutlich besser möglich.


01

UNTERSUCHEN

Was passiert beim Gehen und Abrollen?

Wir beobachten das Gehen und Abrollen und untersuchen anschliessend gezielt die Beweglichkeit von Fuss und Sprunggelenk sowie Kraft und Belastbarkeit der beteiligten Strukturen.


02

VERÄNDERUNG PRÜFEN

Lässt sich die Bewegung beeinflussen?

Nach einer gezielten Massnahme prüfen wir die zuvor schmerzhafte Bewegung erneut. Dabei beobachten wir, ob sich Beweglichkeit, Abrollen oder Beschwerden nachvollziehbar verändern.


03

AKTIV ÜBERNEHMEN

Die Bewegung selbst kontrollieren

Der Patient übernimmt die verbesserte Bewegung zunehmend selbstständig. Mit geeigneten Übungen werden Kraft und Kontrolle von Fuss und Sprunggelenk gezielt aufgebaut.


04

WIEDER BELASTEN

Den Fuss wieder belastbarer machen

Anschliessend steigern wir Widerstand, Wiederholungen und Belastungsdauer und übertragen die Übungen zunehmend auf längere Gehstrecken und – je nach individuellem Ziel – auf Laufen, Springen oder andere sportliche Anforderungen.

DAS IST EIN BEISPIEL, KEIN FESTES BEHANDLUNGSSCHEMA

Bei einer anderen Person können andere Funktionen oder Strukturen relevant sein. Manchmal steht zunächst die Beweglichkeit im Vordergrund, in anderen Fällen kann direkt mit einem gezielten Kraft- und Belastungsaufbau begonnen werden. Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden und dem Untersuchungsbefund.

ÄRZTLICHE ABKLÄRUNG

Wann Fussschmerzen zusätzlich ärztlich abgeklärt werden sollten

Fussschmerzen sind häufig physiotherapeutisch behandelbar. Bestimmte Beschwerden sollten jedoch zusätzlich ärztlich abgeklärt werden – insbesondere nach einer stärkeren Verletzung oder wenn ungewöhnliche Begleitsymptome auftreten.

ZEITNAH ÄRZTLICH ABKLÄREN

Deutliche Schwellung nach einer Verletzung
Schwillt der Fuss oder das Sprunggelenk nach einem Sturz, Umknicken oder einer anderen Verletzung deutlich an, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.

Anhaltende Belastungsunfähigkeit
Wenn das Auftreten oder Gehen nach einer Verletzung deutlich eingeschränkt bleibt oder kaum möglich ist, sollte die Verletzung medizinisch beurteilt werden.

Zunehmende Gefühlsstörungen
Neu auftretendes oder zunehmendes Kribbeln, Taubheitsgefühl oder andere Gefühlsstörungen im Fuss sollten ärztlich abgeklärt werden.

SOFORT MEDIZINISCH ABKLÄREN

Deutliche Fehlstellung nach einer Verletzung
Ist der Fuss oder das Sprunggelenk nach einem Unfall sichtbar fehlgestellt oder ungewöhnlich verformt, sollte umgehend medizinische Hilfe gesucht werden.

Kalter, blasser oder bläulich verfärbter Fuss
Plötzliche deutliche Veränderungen von Farbe oder Temperatur des Fusses – insbesondere zusammen mit starken Schmerzen oder Gefühlsstörungen – benötigen eine rasche medizinische Abklärung.

Heisser, geröteter und geschwollener Fuss mit Krankheitsgefühl
Eine ausgeprägte Rötung, Überwärmung und Schwellung zusammen mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl sollte rasch medizinisch beurteilt werden.


IM ZWEIFEL SPRECHEN WIR DIE WEITEREN SCHRITTE MIT IHNEN AB

Sind Sie unsicher, ob Ihre Beschwerden physiotherapeutisch behandelt werden können, klären wir mit Ihnen, ob eine zusätzliche ärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

TERMIN VEREINBAREN

Finden wir heraus, was Ihre Fussbeschwerden beeinflusst

Wir untersuchen, welche Bewegungen, Funktionen und Belastungen mit Ihren Beschwerden zusammenhängen, und entwickeln darauf aufbauend eine individuelle Behandlung.