FUNKTIONELLE ZUSAMMENHÄNGE VERSTEHEN

Funktionelle Orthonomische Integration (FOI)

Die Funktionelle Orthonomische Integration (FOI) ist ein manualtherapeutisches Behandlungskonzept, das den Körper als funktionell zusammenhängendes System betrachtet. Beschwerden müssen dabei nicht dort entstehen, wo sie wahrgenommen werden.

Wir nutzen die FOI, um wiederkehrende Kompensationsmuster systematisch zu untersuchen, funktionelle Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperregionen zu erkennen und daraus die Behandlung abzuleiten.

DAS KONZEPT

Was ist Funktionelle Orthonomische Integration?

Der zentrale Gedanke der FOI ist, dass der Körper auf Verletzungen, Bewegungseinschränkungen oder veränderte Belastungen mit Anpassungen reagieren kann. Eine Einschränkung in einer Körperregion kann dadurch Veränderungen an anderen Stellen des Bewegungssystems nach sich ziehen.

Die FOI beschreibt wiederkehrende funktionelle Zusammenhänge, anhand derer solche Kompensationen systematisch untersucht werden können. Statt ausschliesslich die schmerzhafte Stelle zu betrachten, suchen wir deshalb nach dem Muster, in das die Beschwerden eingebettet sind.

EINE LANDKARTE DES KÖRPERS

Funktionelle Zusammenhänge systematisch verfolgen

Vereinfacht lässt sich die FOI wie eine Landkarte des Körpers verstehen. Bestimmte Veränderungen von Gelenkstellung, Beweglichkeit und Körperstatik werden nicht isoliert betrachtet, sondern in Beziehung zu anderen Körperregionen gesetzt.

Dadurch entsteht eine Arbeitshypothese: Welche Veränderung könnte für die aktuelle Kompensation relevant sein – und wo sollten wir mit der Behandlung beginnen?

WANN DER BLICK ÜBER DIE SCHMERZSTELLE HINAUS SINNVOLL IST

Für wen ist FOI geeignet?

FOI kann besonders interessant sein, wenn Beschwerden wiederholt auftreten, mehrere Körperregionen betreffen oder sich durch eine ausschliesslich lokale Behandlung nicht ausreichend erklären lassen.


Wiederkehrende Beschwerden


Mehrere Körperregionen


Nach Verletzungen oder Operationen

Wenn dasselbe Problem immer wieder auftritt

Wiederkehrende Beschwerden können ein Grund sein zu untersuchen, ob funktionelle Zusammenhänge ausserhalb der eigentlichen Schmerzregion eine Rolle spielen.

Wenn Beschwerden nicht isoliert auftreten

Treten Probleme gleichzeitig oder wechselnd an unterschiedlichen Stellen auf, betrachten wir mögliche Zusammenhänge innerhalb des Bewegungssystems.

Wenn der Körper Belastung anders organisiert hat

Nach Verletzungen, Operationen oder längeren Entlastungsphasen können veränderte Bewegungs- und Belastungsmuster bestehen bleiben, auch wenn die ursprüngliche Struktur bereits verheilt ist.

UNKLARE ZUSAMMENHÄNGE

Wenn eine lokale Erklärung nicht ausreicht

Nicht jedes Beschwerdebild lässt sich sinnvoll auf einen einzelnen Muskel, ein Gelenk oder eine andere Struktur reduzieren. Hier kann eine funktionelle Betrachtung zusätzliche Hinweise liefern.

TYPISCHE EINSATZBEREICHE

Bei welchen Beschwerden setzen wir FOI ein?

Da die FOI nicht von einer einzelnen Schmerzregion ausgeht, kann sie bei unterschiedlichen Beschwerden des Bewegungssystems in die physiotherapeutische Untersuchung und Behandlung einfliessen.


RÜCKEN & NACKEN

Wiederkehrende Beschwerden der Wirbelsäule

Insbesondere wenn lokale Befunde allein das Beschwerdebild nicht ausreichend erklären oder Probleme wiederholt auftreten.

SCHULTER

Schulterbeschwerden im funktionellen Zusammenhang

Die Schulter wird nicht isoliert betrachtet. Auch Beweglichkeit und Funktion angrenzender oder weiter entfernter Körperregionen – insbesondere der Brustwirbelsäule – können in die Untersuchung einbezogen werden.

BECKEN & HÜFTE

Beschwerden rund um Becken und Hüftregion

Hier betrachten wir unter anderem die funktionelle Beziehung zu Wirbelsäule und unteren Extremitäten.

KNIE

Kniebeschwerden unter Bewegung und Belastung

Neben dem Knie selbst können auch funktionelle Zusammenhänge mit Fuss, Hüfte, Becken oder anderen Regionen untersucht werden.

FUSS & SPRUNGGELENK

Beschwerden beim Stehen, Gehen und unter Belastung

Die Funktion von Fuss und Sprunggelenk wird dabei ebenfalls in den gesamten Bewegungszusammenhang eingeordnet.

KOMPLEXE BESCHWERDEBILDER

Wenn mehrere Faktoren zusammenspielen

Bei Beschwerden an mehreren Stellen oder wechselnden Symptomen kann die systematische Suche nach funktionellen Zusammenhängen besonders hilfreich für die Behandlungsplanung sein.

Entscheidend ist nicht nur, wo Beschwerden auftreten, sondern wie verschiedene Körperregionen funktionell zusammenspielen. Genau diese Zusammenhänge beziehen wir in die physiotherapeutische Untersuchung ein.

VOM MUSTER ZUR BEWEGUNG

Wie wir mit FOI untersuchen und behandeln

Bei der FOI beginnt die Behandlung mit der Suche nach funktionellen Zusammenhängen. Wir untersuchen nicht nur die Region, in der Beschwerden auftreten, sondern ordnen auffällige Gelenkstellungen, Bewegungen und Kompensationen in ein übergeordnetes Muster ein. Daraus leiten wir ab, wo die Behandlung ansetzt und wie die Veränderung anschliessend in aktive Bewegung übertragen wird.

01

ORIENTIERUNG

Nicht nur die Schmerzstelle untersuchen

Wir betrachten zunächst das Beschwerdebild und untersuchen relevante Gelenke, Körperregionen und funktionelle Zusammenhänge – sogenannten Ketten.


02

ZUSAMMENHANG

Das Kompensationsmuster einordnen

Die in der FOI beschriebenen Zusammenhänge helfen uns dabei, auffällige Befunde miteinander in Beziehung zu setzen und zu entscheiden, welche Region für die weitere Behandlung besonders relevant sein könnte.


03

BEHANDLUNG

Gezielte Impulse setzen

Relevante Gelenke und Strukturen werden mit präzise dosierten manuellen Techniken behandelt. Anschliessend überprüfen wir, wie der Körper und die zuvor auffälligen Funktionen darauf reagieren.


04

INTEGRATION

Die Veränderung aktiv nutzen

Verbessert sich eine relevante Bewegung, soll diese Veränderung nicht auf der Behandlungsliege enden. Je nach Situation folgen aktive Bewegungen, Übungen und ein schrittweiser Belastungsaufbau.


DER ZUSAMMENHANG GIBT DIE RICHTUNG VOR

Entscheidend ist nicht nur die Schmerzstelle

Welche Region wir behandeln, richtet sich nach dem funktionellen Muster, das sich in der Untersuchung zeigt. Die FOI hilft uns dabei, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Körperregionen einzuordnen – und daraus abzuleiten, wo ein gezielter therapeutischer Impuls zur Reduktion von Kompensationsmustern sinnvoll sein kann.

FOI BEI SINN SECHS

Zusammenhänge verstehen – Funktion weiterentwickeln

FOI beeinflusst bei uns vor allem die Art, wie wir Beschwerden untersuchen und funktionelle Zusammenhänge einordnen. Sie hilft uns dabei, über die unmittelbar schmerzende Region hinauszuschauen und eine nachvollziehbare Hypothese für die Behandlung zu entwickeln.

Die manuelle Behandlung ist dabei nicht das Endziel. Wenn eine Einschränkung Bewegung verhindert oder erschwert, versuchen wir zunächst, diese Voraussetzung zu verbessern. Anschliessend soll der Körper die gewonnene Bewegung aktiv nutzen.

Bewegung ermöglichen und anschliessend belastbar machen

Je nach Ausgangslage verbinden wir die Behandlung deshalb mit aktiver Bewegung, Körperwahrnehmung und Bewegungssteuerung sowie einem zunehmend anspruchsvolleren Kraft- und Belastungsaufbau.

So entsteht der Übergang von der Untersuchung und manuellen Behandlung hin zu der Funktion, die im Alltag, bei der Arbeit oder im Sport tatsächlich benötigt wird.

Mehr über unseren physiotherapeutischen Ansatz

FOI BEI SINN SECHS

Beschwerden im Zusammenhang betrachten

Wenn Beschwerden wiederkehren, mehrere Körperregionen betreffen oder sich durch eine rein lokale Betrachtung nicht ausreichend erklären lassen, kann ein funktioneller Blick auf den gesamten Bewegungsapparat sinnvoll sein.
Wir untersuchen mögliche Zusammenhänge, behandeln relevante Einschränkungen und entwickeln die gewonnene Bewegung anschliessend aktiv weiter.