KNIESCHMERZEN

Physiotherapie bei Knieschmerzen

Knieschmerzen können beim Gehen, Treppensteigen, in der Hocke oder bei sportlichen Belastungen auftreten. Dabei ist nicht immer nur das Kniegelenk selbst relevant. Auch Beweglichkeit, Muskelkraft und das Zusammenspiel von Hüfte, Knie und Fuss können beeinflussen, wie das Knie bewegt und belastet wird. In der Physiotherapie untersuchen wir, welche Faktoren mit Ihren Beschwerden zusammenhängen und wie sich Bewegung und Belastbarkeit gezielt wieder aufbauen lassen.

TYPISCHE BESCHWERDEN

Wie sich Knieschmerzen zeigen können

Knieschmerzen können sich je nach betroffener Funktion und Belastung unterschiedlich zeigen. Häufig treten sie bei bestimmten Bewegungen oder unter Belastung auf, teilweise können Beschwerden aber auch in Ruhe wahrgenommen werden.


Schmerzen beim Treppensteigen

Beschwerden können besonders beim Hinaufdrücken oder loslassen beim Wechsel der Stufe beim Hinuntergehen von Treppen auftreten.


Schmerzen beim Beugen des Knies

Tiefe Kniebeugen, Hinknien oder längeres Sitzen mit gebeugtem Knie können Beschwerden auslösen oder verstärken.


Schmerzen beim Gehen oder Laufen

Je nach Beschwerdebild können längere Gehstrecken, Joggen oder andere wiederholte Belastungen schmerzhaft sein.


Beschwerden bei sportlichen Belastungen

Springen, Landen, schnelle Richtungswechsel oder andere intensive Belastungen können das Knie stärker fordern.


Schwellung oder Steifigkeit

Das Knie kann sich geschwollen, steif oder in seiner Beweglichkeit eingeschränkt anfühlen.


Unsicherheit oder Kraftverlust

Bei bestimmten Bewegungen kann sich das Knie weniger stabil, schwächer oder weniger belastbar als gewohnt anfühlen.

Wichtig: Die Art und der Ort der Schmerzen allein zeigen nicht zuverlässig, welche Struktur die Beschwerden verursacht. Deshalb betrachten wir auch, wie Bewegungen und Belastungen die Beschwerden beeinflussen.

MÖGLICHE URSACHEN

Hinter Knieschmerzen können unterschiedliche Faktoren stehen

Knieschmerzen lassen sich nicht immer einer einzelnen Struktur zuordnen. Entscheidend ist, bei welchen Bewegungen und Belastungen die Beschwerden auftreten und welche Funktionen dabei eingeschränkt sind. Neben dem Kniegelenk selbst können auch Muskeln, Sehnen und das Zusammenspiel mit Hüfte und Fuss eine Rolle spielen.


Kniegelenk und Beweglichkeit

Eine eingeschränkte oder schmerzhafte Beugung oder Streckung des Knies kann alltägliche Bewegungen wie Gehen, Treppensteigen oder Aufstehen beeinflussen.


Muskeln und Sehnen

Die Muskulatur rund um Knie und Hüfte sowie die beteiligten Sehnen müssen Kräfte aufnehmen und übertragen. Veränderungen ihrer Belastbarkeit können insbesondere bei wiederholten oder intensiveren Belastungen eine Rolle spielen.


Menisken und Bänder

Menisken und Bänder tragen zur Funktion und Stabilität des Kniegelenks bei. Besonders nach Verdrehungen, Stürzen oder anderen Verletzungen können diese Strukturen für die Beschwerden relevant sein.


Hüfte, Beinachse und Fuss

Das Knie arbeitet innerhalb der gesamten Bewegungskette des Beins. Beweglichkeit, Kraft und Kontrolle von Hüfte und Fuss können deshalb beeinflussen, wie das Knie bei Gehen, Laufen, Springen oder anderen Bewegungen belastet wird.

NICHT IMMER EINDEUTIG

Nicht immer gibt es eine einzelne Ursache

Gerade bei länger bestehenden Knieschmerzen können mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle spielen. Deshalb behandeln wir nicht allein aufgrund der Schmerzstelle, sondern orientieren uns an den Befunden der Untersuchung.

UNTERSUCHUNG

Was wir bei Knieschmerzen untersuchen

Zu Beginn interessiert uns, bei welchen Bewegungen und Belastungen Ihre Knieschmerzen auftreten und welche Aktivitäten dadurch eingeschränkt sind.

Wir untersuchen die aktive und passive Beweglichkeit des Kniegelenks und prüfen Kraft, Kontrolle und Belastbarkeit des Beins. Je nach Beschwerden beobachten wir auch funktionelle Bewegungen wie Kniebeugen, Treppensteigen, Gehen, Laufen oder einbeinige Belastungen.

Dabei betrachten wir das Knie nicht isoliert. Je nach Befund beziehen wir auch Hüfte, Fuss und Sprunggelenk sowie das Zusammenspiel des gesamten Beins mit ein. Entscheidend ist, herauszufinden, welche Funktionen tatsächlich mit Ihren Beschwerden und den für Sie relevanten Belastungen zusammenhängen.


Bewegung des Knies

Wir prüfen Beugen, Strecken und Rotation und beobachten, wie sich Ihre Beschwerden dabei verändern.


Aktive und passive Beweglichkeit

Je nach Befund vergleichen wir selbst ausgeführte Bewegungen mit der Beweglichkeit einzelner Bereiche bei der Untersuchung.


Kraft und Bewegungskontrolle

Wir beobachten relevante Bewegungen und prüfen, wie Sie körperliche Belastungen kontrollieren und bewältigen.


Angrenzende Körperregionen

Wenn die Befunde dafür sprechen, beziehen wir beispielsweise oberes Sprunggelenk, Hüfte oder Becken mit ein.

ENTSCHEIDEND IST NICHT EIN EINZELNER TEST

Wir führen die Ergebnisse aus Gespräch, Bewegungstests und körperlicher Untersuchung zusammen. Daraus leiten wir ab, welche Befunde für Ihre aktuelle Situation wahrscheinlich relevant sind und wo wir mit der Behandlung ansetzen.

Mehr über unseren physiotherapeutischen Ansatz

BEHANDLUNG

Wie Physiotherapie bei Knieschmerzen helfen kann

Die Behandlung richtet sich danach, welche Bewegungen und Belastungen Ihre Beschwerden beeinflussen und welche Funktionen bei der Untersuchung auffällig sind. Je nach Befund können passive und aktive Massnahmen unterschiedlich gewichtet werden.

01

BEWEGUNG ERMÖGLICHEN

Eingeschränkte Bewegungen gezielt behandeln

Ist die Beweglichkeit des Kniegelenks eingeschränkt oder schmerzhaft, können gezielte manuelle Techniken helfen, die Bewegung zu erleichtern und Voraussetzungen für die aktive Therapie zu schaffen.

02

BEWEGUNG SELBST KONTROLLIEREN

Die erreichte Bewegung aktiv übernehmen

Anschliessend wird die verbesserte Bewegung aktiv übernommen. Übungen können Kraft, Koordination und die Kontrolle des Beins bei Bewegungen wie Kniebeugen, Treppensteigen oder einbeinigen Belastungen gezielt verbessern.

03

BELASTBARKEIT AUFBAUEN

Das Knie wieder auf seine Anforderungen vorbereiten

Schrittweise steigern wir Kraft und Belastung entsprechend Ihren Beschwerden und Zielen. Dabei können beispielsweise Gehen, Laufen, Springen, Landen oder Richtungswechsel wieder aufgebaut werden – je nachdem, welche Anforderungen für Alltag, Arbeit oder Sport relevant sind.

NICHT JEDER BEGINNT BEI SCHRITT 01

Wenn Ihre Beweglichkeit bereits ausreichend ist und Belastung gut möglich ist, kann der Schwerpunkt von Beginn an auf aktiver Therapie und Belastungsaufbau liegen. Die Untersuchung bestimmt, wo wir einsteigen.

VOM BEFUND ZUR BELASTUNG

Ein Beispiel: Knieschmerzen beim Treppensteigen

Eine Patientin hat seit einigen Wochen Knieschmerzen beim Treppensteigen. Besonders beim Hinuntergehen treten die Beschwerden auf. Auch tiefere Kniebeugen und längeres Gehen bergab sind unangenehm.


01

UNTERSUCHEN

Was passiert unter Belastung?

Wir beobachten unter anderem das Treppensteigen und eine einbeinige Belastung und untersuchen anschliessend gezielt Beweglichkeit, Kraft und Kontrolle des betroffenen Beins.


02

VERÄNDERUNG PRÜFEN

Lässt sich die Bewegung beeinflussen?

Nach einer gezielten Massnahme prüfen wir die zuvor schmerzhafte Bewegung erneut. Dabei beobachten wir, ob sich Bewegungsqualität, Belastbarkeit oder Beschwerden nachvollziehbar verändern.


03

AKTIV ÜBERNEHMEN

Die Bewegung selbst ausführen

Die Patientin übernimmt die Bewegung zunehmend selbstständig. Mit geeigneten Übungen werden Kraft und Kontrolle aufgebaut und schrittweise auf die problematische Bewegung übertragen.


04

WIEDER BELASTEN

Das Knie wieder belastbarer machen

Anschliessend steigern wir Widerstand, Bewegungsumfang und Wiederholungszahl und übertragen die Belastung zunehmend auf Treppen, längere Gehstrecken und weitere Anforderungen aus Alltag oder Sport.

DAS IST EIN BEISPIEL, KEIN FESTES BEHANDLUNGSSCHEMA

Bei einem anderen Patienten können andere Funktionen relevant sein oder der Schwerpunkt von Beginn an auf Kraft und Belastungsaufbau liegen. Die Behandlung richtet sich nach dem individuellen Befund.

ÄRZTLICHE ABKLÄRUNG

Wann Knieschmerzen zusätzlich ärztlich abgeklärt werden sollten

Knieschmerzen sind häufig physiotherapeutisch behandelbar. Bestimmte Beschwerden sollten jedoch zusätzlich ärztlich abgeklärt werden – insbesondere nach einer stärkeren Verletzung oder wenn ungewöhnliche Begleitsymptome auftreten.

ZEITNAH ÄRZTLICH ABKLÄREN

Deutliche Schwellung nach einer Verletzung
Schwillt das Knie nach einem Sturz, einer Verdrehung oder einer anderen Verletzung deutlich an, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Das Knie lässt sich nicht vollständig strecken
Wenn das Knie nach einer Verletzung blockiert wirkt oder nicht mehr vollständig gestreckt werden kann, sollte es medizinisch untersucht werden.

Wiederholtes Wegknicken nach einer Verletzung
Gibt das Knie nach einer Verletzung wiederholt nach oder fühlt es sich deutlich instabil an, ist eine weitere medizinische Abklärung sinnvoll.

SOFORT MEDIZINISCH ABKLÄREN

Deutliche Fehlstellung nach einer Verletzung
Hat sich die Form des Knies nach einem Unfall sichtbar verändert oder steht das Gelenk in einer ungewöhnlichen Position, sollte umgehend medizinische Hilfe gesucht werden.

Keine Belastung des Beins möglich
Wenn nach einer Verletzung aufgrund starker Beschwerden kein Auftreten oder Gehen möglich ist, sollte das Knie rasch medizinisch beurteilt werden.

Heisses und geschwollenes Knie mit Krankheitsgefühl
Ein plötzlich stark schmerzendes, überwärmtes oder gerötetes und geschwollenes Knie – insbesondere zusammen mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl – benötigt eine rasche medizinische Abklärung.


IM ZWEIFEL SPRECHEN WIR DIE WEITEREN SCHRITTE MIT IHNEN AB

Sind Sie unsicher, ob Ihre Beschwerden physiotherapeutisch behandelt werden können, klären wir mit Ihnen, ob eine zusätzliche ärztliche Untersuchung sinnvoll ist.

TERMIN VEREINBAREN

Knieschmerzen gezielt angehen

Wir untersuchen, welche Bewegungen, Funktionen und Belastungen mit Ihren Beschwerden zusammenhängen, und entwickeln darauf aufbauend eine individuelle Behandlung.